Energiesparend kochen mit Strom oder mit Gas? – Der Vergleich

EnergiewissenEnergie im Haushalt

Dank moderner und leistungsstarker Geräte kann heutzutage jeder Verbraucher Energie sparen, ob mit Waschmaschine, Geschirrspüler oder Staubsauger. Doch wie sieht es beim Kochen aus? Lohnt es sich eher mit Strom oder mit Gas zu kochen? Was punktet bei der Energieeffizienz am meisten?

Erfahren Sie in diesem Beitrag, wo die wichtigsten Unterschiede liegen und welche Vor- und Nachteile das Kochen mit Strom oder Gas mit sich bringen. Wir geben einen Überblick über den Energieverbrauch in der Küche, werfen einen Blick auf verschiedene Herdarten und zeigen Ihnen, wie Sie mit einfachen Tricks energiesparend kochen.

Energieverbrauch im Haushalt: Welchen Anteil hat die Küche?

Früher war die Küche oftmals der einzige beheizte Ort im Haus oder in der Wohnung. Die ganze Familie saß ums warme Ofenfeuer, während die Suppe im Kessel brodelte. Heutzutage sorgt die Heizung für die Raumwärme. Damit ist der Herd nur noch zum Kochen da, ob mit Strom oder mit Gas. Der Großteil des Energieverbrauchs im Haushalt entfällt weiterhin auf die Raumwärme. Sie schlägt mit ca. 70 Prozent zu Buche. In der Küche liegt der Energieverbrauch je nach Ausstattung bei etwa 14 Prozent. Dieser wird hauptsächlich durch Haushaltsgeräte generiert wie Kühlschrank, Wasserkocher, Toaster, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Geschirrspüler und natürlich durch den Herd. Das Kochen allein macht ca. 5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus.

In deutschen Küchen finden sich heute am häufigsten Glaskeramikkochfelder. Induktionsherde sind ebenfalls auf dem Vormarsch. Gasherde spielen eine geringe Rolle. Im nächsten Abschnitt werfen wir einen detaillierten Blick auf die verschiedenen Herdtypen und erläutern, wie Sie energiesparend kochen können.

Kochen mit Strom: Vor- und Nachteile

Es gibt drei Herdarten, die mit Strom betrieben werden:

  • Glaskeramikkochfelder – auch unter dem Markennamen Ceranfeld bekannt,
  • Induktionsherde,
  • gusseiserne Kochfelder.

Letztgenannte verlieren immer mehr an Bedeutung, da ihr Stromverbrauch sehr hoch ist. Deshalb werden wir sie nicht in den weiteren Vergleich einbeziehen.

Glaskeramikkochfelder benötigen einige Zeit, bis sie sich erhitzen und wieder abkühlen. Sie speichern für etwa 35 Minuten Restwärme. Bei Induktionskochfeldern entsteht wesentlich schneller Hitze. Dadurch sind sie energieeffizienter als ein Ceranfeld. Bis Wasser kocht, braucht es beispielsweise auf dem Induktionsherd drei Minuten, auf dem Glaskeramikkochfeld mehr als das Doppelte.

Beide Herdarten haben den Vorteil, dass sie leicht zu reinigen sind. Im ausgeschalteten Zustand können Sie die Kochfelder zudem als zusätzliche Arbeitsfläche in der Küche nutzen. Der Induktionsherd ist jedoch in der Anschaffung wesentlich teurer. Um ihn energieeffizient zu nutzen, benötigen Sie darüber hinaus Töpfe mit einem magnetischen Boden. Als Material eignet sich am besten Stahl oder Gusseisen.

Der Stromverbrauch für einen Herd ist sehr individuell. Er hängt unter anderem von der Dauer und Häufigkeit der Nutzung, den Töpfen sowie dem Kochverhalten ab. Daher gibt es kein standardisiertes Verfahren, um den Energieverbrauch zu messen. Durch die fehlenden Vergleichswerte existieren auch keine Energielabel. Sie können daher nur selbst Ihr Kochverhalten beobachten und anpassen, um Ihren Stromverbrauch zu senken.

Unsere Tipps für energiesparendes Kochen mit Strom

  • Wählen Sie stets geeignete Töpfe für Ihren Herd und nutzen Sie das Kochfeld, das zur Größe des Topfes passt. Bei einem Induktionskochfeld müssen Sie es mit der Größe nicht ganz so genau nehmen, da nur die bedeckte Fläche heizt.
  • Nutzen Sie bei Glaskeramik die Restwärme und schalten Sie das Kochfeld früher ab.
  • Verwenden Sie zum Kochen einen Glasdeckel, etwa bei Nudeln, Kartoffeln oder Gulasch. So bleibt die Hitze im Topf und Sie haben alles im Blick.
  • Reinigen Sie die Oberflächen regelmäßig, um eingebrannte Verkrustungen zu vermeiden. Mit einem sauberen Kochfeld nutzen Sie die Energie optimal.

Kochen mit Gas: Vor – und Nachteile

Beim Kochen mit Gas entzünden Sie am Herd eine offene Flamme. Dadurch entsteht sehr schnell Hitze. Sie lässt sich stufenlos regulieren und schnell anpassen. Mit dem Ausschalten der Flamme verschwindet auch die Wärme. Die Reaktionszeiten sind also sehr kurz, ein Warmhalten bei niedrigen Temperaturen ist dagegen nur schwer möglich.

Ein großer Vorteil von Gasherden liegt im Energieverbrauch: Gasherde sind sehr energieeffizient. Zudem ist Gas günstiger als Strom. Und selbst wenn der Strom ausfallen sollte, können Sie weiterhin mit Gas kochen. Wie beim E-Herd hängt der Gasverbrauch vom individuellen Kochverhalten sowie der Dauer und Häufigkeit der Nutzung ab.

Wenn kein Gasanschluss im Haus vorliegt, müssen Sie bei der Installation und beim Brandschutz besondere Bedingungen erfüllen. Gas ist ein explosives Gemisch. Die offene Flamme stellt eine wesentlich höhere Brand- und Verbrennungsgefahr dar. Ein weiterer Nachteil ist die schwierige Reinigung. Von Vorteil hingegen ist, dass Sie auf dem Gaskochfeld alle Arten von Töpfen verwenden können, selbst diejenigen mit unebenem Boden.

Unsere Tipps für energiesparendes Kochen mit Gas

  • Um den Gasverbrauch zu reduzieren und energieeffizient zu kochen, decken Sie den Topf mit einem Glasdeckel ab, um Wärmeverlust zu vermeiden und dennoch alles im Blick zu behalten.
  • Das Wasserkochen mit Gas kann lange dauern. Bei Wassermengen von bis zu einem Liter lohnt sich der Griff zum Wasserkocher, um Zeit und Energie zu sparen.
  • Beim Garen von Speisen wie Gemüse genügen häufig geringere Mengen Wasser als man denkt. Ein oder zwei fingerbreit Wasser und der entstehende Wasserdampf sind zum Beispiel völlig ausreichend, um selbst Frühstückseier zu kochen.

Gasherd vs. Stromherd: Alle Merkmale auf einen Blick

Elektrogasofen: Gas und Strom kombiniert

Heutzutage gibt es die Möglichkeit, die Vorteile beider Herdarten miteinander zu kombinieren und so energiesparender zu kochen. Bei Kombigeräten funktionieren die Kochfelder mit Gas und der Backofen mit Strom. Gerade beim Backen sind exakte Temperaturen notwendig, die ein Gasofen nicht leisten kann. Durch die konstante Temperatur der Flamme ist ein Wert unter 140°C nur schwer möglich. Während des Kochens können Sie die energieeffiziente Gasflamme jedoch nutzen, um schnell Hitze zu erzeugen. Dies eignet sich besonders zum Wasserkochen oder zum Anbraten von Fleisch.

Für welche Herdart Sie sich entscheiden, hängt von Ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen ab. Bei kleinen Kindern im Haushalt lohnt sich beispielsweise eher ein Induktionsherd, da die Brandgefahr geringer ist. Gasherde sind dagegen bei Hobbyköchen sehr beliebt.

Energieeffizient und kostensparend kochen

Die Änderung von Kochgewohnheiten sowie die passende Wahl von Herd und Kochutensilien tragen dazu bei, Ihren Energieverbrauch in der Küche zu senken. Wer seinen Energieverbrauch noch nachhaltiger gestalten möchte, kann beispielsweise auf Ökostrom umsteigen. Um die Kosten insgesamt zu reduzieren, lohnt sich ein Vergleich verschiedener Tarife für Gas oder Strom. Probieren Sie es aus!

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