Biogas, Klimagas & Ökogas: Nachhaltigkeit im Vergleich

    Erneuerbare Energie

    Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Menschen möchten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und entscheiden sich für eine nachhaltige Energieversorgung mit Strom oder Gas. Wer mit Gas heizt oder kocht, stößt auf der Suche nach einem möglichst nachhaltigen Tarif auf unterschiedliche Begriffe und Optionen. Neben Biogas bieten Energieversorger auch Öko- oder Klimagas an. Doch was genau bedeuten diese Bezeichnungen? Wie tragen die unterschiedlichen Gasoptionen zur CO2-Reduktion bei? Und inwiefern sind diese Gasangebote eine echte nachhaltige Alternative zum herkömmlichen Erdgas?

    Biogas: Gas aus regenerativen Quellen

    Biogas zählt neben Wasserkraft, Windenergie und Sonnenenergie zu den wichtigsten Energieträgern der Energiewende. Es entsteht bei der Vergärung von pflanzlichen Stoffen oder tierischen Exkrementen, etwa Gülle und Festmist, in einem luftdicht verschlossenen Behälter (Fermenter). Als natürliche Ausgangsstoffe für diesen Vergärungsprozess verwendet man in einer Biogasanlage Gülle und Bioabfälle. Auch nachwachsende Rohstoffe wie z. B. Mais und Hirse, die als sogenannte Energiepflanzen extra für die Energiegewinnung angebaut werden, kommen manchmal bei der Herstellung von Biogas zum Einsatz. Das Resultat des mikrobiologischen Abbaus, bei dem verschiedene Mikroorganismen die organischen Stoffe zersetzen, ist ein Gasgemisch. Es besteht hauptsächlich aus Methan-Gas (50 bis 65 Prozent), der zweite Hauptbestandteil ist Kohlendioxid (35 bis 50 Prozent), hinzu kommen in geringeren Konzentrationen weitere Inhaltsstoffe (Stickstoff, Wasser, Sauerstoff und Schwefelwasserstoff). Das durch Vergärung entstandene Biogas wird in weiteren Verarbeitungsschritten zu Erdgasqualität aufbereitet und anschließend als Biomethan in das Erdgasnetz eingespeist.

    Verbrennt man das Biogas, wird nur die Menge an CO₂ freigesetzt, die zuvor von der verwendeten Biomasse aus der Luft aufgenommen und anschließend gebunden wurde. Außerdem verhindert man auch, anders als beispielsweise bei der Gewinnung von Erdgas, dass weitere Treibhausgase wie etwa Methan in die Atmosphäre freigesetzt werden. Aufgrund dieser ausgeglichenen Bilanz ist Biogas eine besonders nachhaltige und klimafreundliche Gasart – mit einer deutlich besseren CO₂-Bilanz als das herkömmliche Erdgas.

    Biogas entsteht in einem mehrstufigen Prozess, der aus organischen Restmüllabfällen und Pflanzen verwertbare Energie macht. Dabei können sogar die Abfälle wiederverwertet und einer Kreislaufwirtschaft zugeführt werden.

    Wo wird Biogas eingesetzt?

    Dass Biogas ein nachhaltiger Energieträger ist, belegt nicht nur seine Entstehung, sondern auch seine vielseitige Verwendbarkeit. Es kann für die Erzeugung von Strom und Wärme oder auch als Ausgangsprodukt für Treibstoff dienen. Der Gärrest, der in den Biogasanlagen beim Umwandlungsprozess übrig bleibt, kann außerdem in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt werden. Zugleich profitieren Landwirte von den zusätzlichen Einnahmen, wenn sie überschüssige Energie aus ihren Biogasanlagen verkaufen und in großräumige Netze einspeisen.

    Trotz dieser Vorteile ist ein kompletter Umstieg von fossilem Erdgas auf dauerhaft verfügbares Biogas derzeit noch nicht möglich. Im Zeitraum von 1992 bis 2020 entstanden laut dem Fachverband Biogas in Deutschland zwar bereits 9.600 Biogasanlagen, der Gesamtbedarf am Energieträger Gas kann damit allerdings noch nicht mit den aktuell verfügbaren Kapazitäten in Deutschland gedeckt werden. Dennoch wird die Wärme, die in Biogasanlagen als Nebenprodukt der Stromerzeugung entsteht, heute schon in nennenswertem Umfang bei der Energieversorgung eingesetzt: Geht man von einem durchschnittlichen Wärmebedarf von ca. 20.000 kWh pro Jahr und Haushalt aus, können mit einer 250 kW-Anlage ungefähr 100 Haushalte heizen und mit Wärme versorgt werden.

    Insgesamt lieferte die feste Biomasse laut Biomasseverband und Umweltbundesamt im Jahr 2020 einen Beitrag von 117,1 Mrd. kWh am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte. Auch bei der Stromgewinnung ist Biogas bereits ein wichtiger Faktor. 2020 wurden laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) rund 28.800 GWh Strom in deutschen Biogasanlagen produziert. Derzeit gibt es mehr als 17.000 Biogasanlagen in Europa, Tendenz steigend. Das Biogas lässt sich in das bestehende europäische Erdgasnetz einspeisen und somit fern ab vom Erzeugungsort nutzen.

    Unser Tipp: Biogas können Sie über Shell Energy beziehen. Alle wichtigen Informationen zu unserem Biogas finden Sie hier.

    Klimagas und Ökogas: Umweltfreundlicher durch CO₂-Ausgleich

    Aktuell bieten Energieversorger verschiedene nachhaltige Tarife zur Gasversorgung an. Verbreitet sind sogenannte Ökogastarife bzw. Klimagastarife. Als Ökogas oder Klimagas wird Erdgas mit CO-Ausgleich bezeichnet. Bei dieser Gasart werden die Treibhausgasemissionen, die bei der Erdgasgewinnung und -verbrennung entstehen, weitgehend ausgeglichen. Allerdings ist nicht genau festgelegt, wie Energieversorger diesen CO₂-Ausgleich umsetzen. In der Praxis werden meist Aufpreise erhoben. Mit den eingenommenen Zusatzgeldern werden dann etwa vorher geprüfte und zertifizierte Klimaprojekte gefördert. So werden beispielsweise in größerem Umfang Bäume gepflanzt, die durch Photosynthese klimaschädliches CO₂ binden. Auch wird der Ausbau von regenerativen Energien wie Wind- und Wasserkraft finanziell unterstützt.

    Gasarten im Überblick

    Unter dem Strich kann man sagen: Ökogas ist eine umweltfreundliche Alternative zu reinem Erdgas, da die Menge an freigesetzten Treibhausgasen durch die Förderung von Klimaschutzprojekten mittels CO₂-Kompensation nachträglich ausgeglichen wird. Letztlich bleibt Ökogas aber ein Kompromiss, da CO₂-Emissionen trotzdem in höherem Ausmaß anfallen.

    Zertifiziertes Biogas: Herkunftsnachweise und Qualitätssicherung

    Wenn Sie sich für Biogas entscheiden, sollten Sie auf die Qualität des Gasprodukts achten. Umweltschonender als die häufig angebotenen Ökogas- und Klimagastarife mit hohem Erdgasanteil und CO₂-Kompensation sind zertifizierte Biogastarife. Überprüfte Qualität und transparente Nachweise erhalten Sie, wenn das Biogas Ihres Energieversorgers mit dem Label des dena-Biogasregisters gekennzeichnet ist. In diesem Register dokumentiert die Deutsche Energie-Agentur (dena) Herkunfts- und Eigenschaftsnachweise und macht sie für Verbraucher zugänglich. Die Nachweise werden von unabhängigen und qualifizierten Instanzen geprüft. Da beim Biogas die Produktion und der Verbrauch räumlich entkoppelt sind – z.B. Erzeugung in Dänemark und Verbrauch des Biogases in Deutschland –, sorgen solche eindeutigen Herkunftsnachweise für Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Auch das Biogas von Shell Energy wird im dena-Biogasregister geführt.

    Einen grünen Gastarif sollten Sie mit weiteren Maßnahmen zum Energiesparen kombinieren, um Ressourcen und Kosten zu sparen. Hier erhalten Sie wichtige Tipps.

    Mit Biogas die Energiewende vorantreiben

    Für eine möglichst nachhaltige Gasversorgung im eigenen Zuhause ist Biogas die klimafreundlichste Option. Bei Shell Energy können Sie bis zu 100 Prozent Biogas aus Dänemark beziehen. Alternativ bieten wir eine kostengünstigere Gasoption mit einem überdurchschnittlich hohen Biogasanteil von 30 Prozent an. Beide Gasoptionen von Shell Energy sind besonders nachhaltig, weil die Biogassubstrate aus organischen Abfall- und Reststoffen entstehen. Nutzen Sie unseren Tarifrechner und unterstützen Sie durch einen Wechsel zu Shell Energy die Energiewende!

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