E-Bike oder Pedelec – Das sind die Unterschiede

E-Mobilität

Fahrräder mit Elektromotor liegen voll im Trend. Sie begeistern durch ihre Mischung aus Technik und Sport, sind gut für die Fitness und eine umweltfreundliche Alternative im Straßenverkehr. So schaffen sich auch immer mehr Haushalte in Deutschland ein Elektrofahrrad an. Laut Statistischem Bundesamt verdreifachte sich die Zahl der Haushalte mit mindestens einem E-Bike zwischen 2015 und 2020.

Dennoch herrscht noch immer Begriffsverwirrung. Die meisten sprechen davon, dass sie ein E-Bike fahren. Doch was zeichnet ein E-Bike eigentlich aus? Und wie unterscheidet sich das E-Bike von einem Pedelec und S-Pedelec? In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede und zeigen, was Sie bei der Anschaffung eines Elektrofahrrads beachten sollten.

Was ist ein Pedelec?

Der Begriff Pedelec ist nicht wirklich eingängig und hat sich wohl deswegen nicht durchgesetzt. Die wenigsten wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Dennoch machen laut ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, Pedelecs über 90 Prozent des Marktes für Fahrräder mit Elektromotor aus. Dabei sind sie technisch gesehen etwas ganz anderes als E-Bikes.

Beim “Pedal Electric Cycle”, kurz: Pedelec, unterstützt ein Elektromotor mit maximal 250 Watt den Fahrer bei Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h, allerdings nur, wenn dieser dabei selbst in die Pedale tritt. Die Elektrounterstützung ist abhängig von der Trittkraft. Manche Pedelecs verfügen auch über Anfahrhilfen bis zu 6 km/h. Und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, je nachdem, in welchem Terrain sie bevorzugt bewegt werden: auf Straßen, im Gelände oder in den Bergen.

Rechtlich gesehen sind Pedelecs den Fahrrädern gleichgestellt. Das heißt: Sie brauchen weder Zulassung noch Kennzeichen. Auch besteht keine Helmpflicht oder Altersbeschränkung. Ein gutes Pedelec erhalten Sie ab einem Preis von etwa 2.000 Euro.

Das System Pedelec: Der Fahrer tritt, der E-Motor unterstützt.

Was ist ein S-Pedelec?

Das S im S-Pedelec steht nicht nur für Speed. S-Pedelecs werden auch Schweizer Klasse oder S-Klasse genannt, weil sie in der Schweiz weit verbreitet sind. Hierzulande sind sie eher Exoten und machen nur einen Bruchteil der verkauften Elektrofahrräder aus. Der Unterschied: In der Schweiz dürfen sie auf Radwegen fahren, in Deutschland nicht, selbst dann nicht, wenn diese für Mofas freigegeben sind.

Denn S-Pedelecs zählen nicht als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad. Sie funktionieren zwar grundsätzlich wie ein Pedelec, die Motorunterstützung schaltet sich aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Die maximale Leistung liegt bei 500 Watt. Die Konsequenz ist, dass der Fahrer mindestens 16 Jahre alt sein, eine Fahrerlaubnis der Klasse AM besitzen und einen geeigneten Schutzhelm tragen muss. Zudem müssen S-Pedelecs versichert sein und ein entsprechendes Kennzeichen haben.

Es gibt noch weitere Vorschriften: S-Pedelecs müssen einen Rückspiegel haben, auch tagsüber mit Licht fahren, und sie dürfen keine Kinderanhänger ziehen.

S-Pedelecs müssen sich also die Straße und die gültigen Regeln mit den Autos teilen. Das ist nicht jedermanns Sache, da sie von Autofahrern oft als Fahrräder identifiziert werden. Dabei kann so eine S-Klasse aufgrund ihrer höheren Geschwindigkeit auch auf Strecken über 20 Kilometer, wo der Radius eines normalen Pedelecs im Alltagsbetrieb in der Regel endet, eine nachhaltige Alternative zum Auto sein. Die Preise für S-Pedelecs beginnen bei etwa 4.500 Euro.

Was ist ein E-Bike?

Wer mit einem Elektrofahrrad unterwegs ist, spricht gerne vom E-Bike. Dieser Begriff hat sich im Alltag durchgesetzt. Per Definition sind E-Bikes jedoch Elektromofas – und sie spielen auf dem Markt kaum eine Rolle. E-Bikes sehen zwar aus wie Fahrräder, fahren aber auch ganz ohne Muskelkraft. Mithilfe eines Drehgriffs oder Schaltknopfs gibt der Fahrer Gas. Beträgt die Motorleistung nicht mehr als 500 Watt und sind maximal 20 km/h Geschwindigkeit möglich, gelten E-Bikes als Kleinkraftrad. Wer schneller fahren möchte, muss doch in die Pedale treten. Auch hier sind Versicherung und Kennzeichen verpflichtend, sowie eine Betriebserlaubnis und eine Mofa-Prüfbescheinigung. Eine Helmpflicht besteht nicht.

Die Helmpflicht gilt aber bei größerer Motorleistung. Dann benötigen die Fahrer einen Führerschein der Klasse AM und müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Auf Radwegen dürfen E-Bikes nur fahren, wenn dort der Zusatz „Mofas frei“ ausgewiesen ist.

Bei Entfernungen bis zu fünf Kilometer haben Elektrofahrräder – und damit auch E-Bikes – gegenüber dem Auto durchaus Vorteile: Oft ist man aufgrund der Verkehrssituation schneller am Ziel und deutlich kostengünstiger sowie klimafreundlicher unterwegs.


Worauf sollten Sie beim E-Bike-Kauf achten?

  • Ganz wesentlich ist der Akku, der einen Großteil des Kaufpreises ausmacht: Die Hersteller geben meist an, für wie viele Kilometer eine Ladung reicht. Das hängt aber von vielen Faktoren ab, etwa vom eingestellten Fahrprogramm, von der jeweiligen Beanspruchung im Gelände, vom Gewicht des Fahrers oder sogar von der Windrichtung. Achten Sie daher auf die Kapazität und Leistung des Akkus. Zudem sollte er austauschbar und ein Ersatzakku erhältlich sein.
  • Beim Antrieb bietet ein Mittelmotor, dessen Kraft eine Kette auf die Hinterräder überträgt, den größten Fahrkomfort und die meiste Laufruhe. Ein Nabenmotor am Vorderrad, wie ihn günstigere Modelle oft haben, birgt die Gefahr, dass das Rad leicht durchdreht und wegrutscht. Ein Elektromotor in der Hinterradnabe wird in der Regel für sportliche Räder benutzt. Achten Sie dabei darauf, wie sensibel der Motor auf das Treten reagiert. Und schalten Sie ihn auch mal ab, um zu sehen, wie es sich ohne Unterstützung fährt.
  • Machen Sie vor dem Kauf auf jeden Fall eine Probefahrt. Dabei können Sie neben dem Motor auch Bremsen und Gangschaltung testen. Die Schaltung sollte auch während des Tretens reibungslos funktionieren. Felgenbremsen oder V-Brakes haben ein geringeres Gewicht und sind billiger. Scheibenbremsen sind zwar etwas teurer, halten jedoch länger und sind bei hoher Belastung – etwa bei Lastenrädern – die bessere Lösung.
  • Die Konstruktion des gesamten Pedelecs sollte langlebig, reparaturfreundlich und nachhaltig sein. Unter idealen Bedingungen verträgt ein Lithium-Ionen-Akku 500 bis 800 Ladezyklen. Lädt man einmal pro Woche auf, ergibt das eine Lebensdauer von rund zehn Jahren. Achten Sie auch auf die Prüfzeichen GS und CE, die die Sicherheit des Geräts testieren.
Elektrofahrräder können über E-Bike-Ladestationen oder einfach zu Hause aufgeladen werden.

Wo Sie die nächste E-Bike-Ladestation finden

Mit den E-Bike-Ladestationen ist es ähnlich wie bei Elektroautos: Das Netz wächst, ist jedoch noch nicht flächendeckend. Wer also größere Touren angehen will, sollte sich vorab über die nächste E-Bike-Tankstelle informieren. Um den Akku vollständig zu laden, sind einige Stunden nötig – Zeit, die Sie einplanen sollten. Zudem muss das Rad an der Ladestation sicher abgestellt sein, während Sie beispielsweise einen Stadtbummel unternehmen. Manche Stationen bieten eine abschließbare Box, in anderen wird der Akku in einem Schließfach geladen.

Die reinen Stromkosten sind übrigens überschaubar: Bei einem 300-Watt-Akku belaufen sie sich bei einem Durchschnitts-Strompreis von 31,89 Cent pro Kilowattstunde auf gerade einmal zehn Cent. Bei 500 Ladezyklen kommen so nur knapp 48 Euro zusammen.

Bequemer ist es natürlich, das E-Bike oder Pedelec zuhause aufzuladen. Ladegeräte gibt es schon für weniger als 100 Euro. Und mit einem Stromtarif von Shell Energy laden Sie Ihr Fahrrad mit 100% Strom aus erneuerbaren Energien.

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