Energie sparen im Haushalt: Die wichtigsten Tipps zum Kosten senken

EnergiewissenEnergie im Haushalt

Den Energiebedarf im Haushalt niedrig zu halten schont nicht nur den Geldbeutel, es wirkt sich auch positiv auf die Umwelt aus. Den meisten Menschen ist zwar bewusst, dass sie im Haushalt Strom sparen können. Allerdings lässt sich der Verbrauch in vielen Bereichen deutlicher senken, als man vermuten möchte. Aus diesem Grund haben wir Ihnen hier die wichtigsten Tipps zum Senken Ihrer Energiekosten zusammengetragen – lernen Sie jetzt die besten Energiespartipps kennen.

So kochen und backen Sie nachhaltig

Fertig zubereitetes Essen ist kostspielig. Wer seine Gerichte selbst kocht, womöglich sogar Brot und Kuchen eigenhändig backt, spart viel Geld. Mit einigen Kochtipps sparen Sie zusätzlich noch Energie.

  • Kochen Sie mit dem Deckel auf dem Topf, sofern es das Gericht zulässt. Dadurch verpufft die Energie nicht buchstäblich in der Luft. Der Einspareffekt beim Kochen mit Deckel liegt bei 65 kWh oder 20 Euro pro Jahr (Als Faustregel gilt: 1,5 KW beträgt die Leistung eines Kochfelds. Bei einer Nutzungsdauer von einer Stunde an 336 Tagen im Jahr und einem Strompreis von durchschnittlich 29,3 Cent pro kWh verursacht das Kosten von 148 Euro jährlich.). Wenn Ihr Gericht fast fertig zubereitet ist: Bei den gängigen Elektroherden lässt sich die Restwärme nutzen, Sie können getrost einige Minuten vor dem Ende abschalten.
  • Töpfe und Pfannen sollten genau der Größe des Kochfeldes entsprechen. So kommt die Wärme nur im Kochgeschirr an und nicht in der Luft.
  • Achten Sie auf die Wassermenge beim Kochen von Nudeln oder Gemüse – und vermeiden Sie unnötig viel Wasser. Alternativ können Sie das Wasser auch im Wasserkocher vorheizen, der deutlich weniger Energie als ein Herd verbraucht. Auch die Anschaffung eines Schnellkochtopfs kann sich lohnen, um den Stromverbrauch im Haushalt niedrig zu halten.
  • Auch beim Backofen gilt: Kurz vor Ende der Garzeit abschalten. Die Restwärme reicht aus, um den Braten oder Kuchen fertig zu garen. Auch auf das Vorheizen können Sie verzichten, wenn Ihr Backofen schnell warm wird. So sparen Sie bis zu 20 Prozent Energie.
  • Die Umluftfunktion des Ofens benötigt weniger Temperatur als Unter-/Oberhitze. Auch das trägt zum Sparen bei.

Weitere Energiespartipps für die Küche finden Sie in unserem Beitrag zum energiesparenden Kochen.

Wasser und Energie sparen beim Waschen und Putzen

Der durchschnittliche Wasserverbrauch liegt in Deutschland bei 130 Litern pro Tag und Person. Eingerechnet sind dabei nicht nur Duschen, das WC oder die Waschmaschine, sondern auch gegebenenfalls das Wässern von Pflanzen oder die Autowäsche. Wer Wasser sparen kann, spart auch Strom – schließlich erwärmt Strom bei der Nutzung von elektrischen Durchlauferhitzern das Wasser für die Dusche oder den Wasserhahn. Diese praktischen Tipps helfen beim Sparen:

  • Benutzen Sie lieber den Geschirrspüler als mit der Hand zu spülen. Die Maschine ist effizienter und braucht weniger Wasser. Die meisten Spülmaschinen lassen sich auch an die Warmwasserleitung anschließen. Das spart ein Viertel der Spülzeit und durch den Wegfall der Heizphase rund die Hälfte an Energie.
Ein Geschirrspüler spart gleich doppelt Energie – denn er verbraucht weniger Wasser und Strom als herkömmliches Spülen mit der Hand.
  • Spül- und Waschmaschine sollten nur angestellt werden, wenn sie vollständig gefüllt sind. Abgesehen davon, dass Sie so Leerlauf und unnötigen Energieverbrauch vermeiden, werden die Geräte so auch seltener benutzt und halten damit länger. Generell sollten sie im Eco-Modus laufen, denn trotz längerer Programmdauer werden weniger Wasser und Energie benötigt. 
  • Stellen Sie beim Wäschewaschen eine möglichst niedrige Temperatur ein. Höhere Temperaturen sind nur bei stark verschmutzter Kleidung nötig. Das gilt auch für den Vorwaschgang, auf den man fast immer verzichten kann. 
  • Zwar sollte man die Hände aus hygienischen Gründen mit warmem Wasser waschen, aber nicht mit heißem. 
  • Ein Durchflussbegrenzer senkt den Verbrauch an Wasserhähnen und Duschen. Dieses Ventil, das einfach zwischen Schlauch und Duschkopf montiert wird, senkt die benötigte Wassermenge unabhängig vom Druck. Es fließt weniger Wasser, gleichzeitig scheint der Wasserstrahl feiner und weicher zu werden. Zudem sollten Sie beim Duschen das Wasser nicht durchgehend laufen lassen, sondern zwischendurch abstellen, etwa beim Shampoonieren.

Wie Sie Lebensmittel richtig lagern

Auf den ersten Blick scheint das kein Punkt zu sein, an dem man Energie sparen könnte. Allerdings gibt es auch bei diesem Thema Tipps, wie Sie durchaus Energie sparen können – und zwar spürbar.

Sie können viel Energie sparen, indem sie Ihren Kühlschrank richtig einräumen
  • Die Geräte sollten mit etwas Abstand zur Wand stehen, damit keine Stauwärme entsteht, die sie von außen erhitzt. Außerdem dürfen sie nicht in der Sonne stehen. – Halten Sie die Türen nicht unnötig lange offen, damit sich keine Eisschichten bilden. Deswegen sollten Tiefkühlschränke oder -fächer auch regelmäßig abgetaut werden, spätestens wenn das Eis etwa sechs Millimeter dick ist. Denn eine Eisschicht an den Wänden verbraucht zusätzlich Energie. 
  • Vor längeren Reisen sollten Sie die Lebensmittel verbrauchen und den Kühlschrank ausschalten, damit er nicht unnötig Strom braucht. Lassen sie dabei die Tür offen, damit er austrocknen kann und nicht anfängt zu schimmeln. 
  • Tiefgekühlte Lebensmittel nicht draußen abtauen, sondern stets im Kühlschrank. Das ist zum einen schonender für die Lebensmittel, zum anderen kühlen die gefrorenen Lebensmittel zusätzlich die Luft im Kühlschrank. 
  • Stellen Sie keine heißen Lebensmittel in den Kühlschrank, das kostet viel zusätzliche Energie. Auch sollte man den Kühlschrank richtig einräumen, sprich: Zwischen den Lebensmitteln sollte etwas Platz bleiben, damit die kühle Luft sich optimal verteilen kann. 
  • Lebensmittel richtig lagern bedeutet nicht, dass sie zwingend in den Kühlschrank müssen. Manches Gemüse – wie Kartoffeln oder Zwiebeln – kann man auch durchaus außerhalb lagern, wenn der Platz dafür nicht zu warm ist. Verpackte Lebensmittel wie Mayonnaise oder Ketchup müssen erst nach dem Öffnen kaltgestellt werden.
  • Ein Ventilator im Kühlschrank ist durchaus sinnvoll, weil er die kalte Luft schneller verteilt und die Lebensmittel schneller kühlt.

Achtsam konsumieren, nachhaltiger leben

Wer Energie spart, lebt nachhaltiger. Es geht dabei aber nicht immer nur um jene Energie, die wir lokal in unserem Haushalt verbrauchen. Auch für die Produktion der Dinge, die wir tagtäglich konsumieren, wird Energie benötigt. Ob wir auch dort Energie sparen, können wir durch nachhaltigen Konsum beeinflussen. Diese Tipps helfen Ihnen, nachhaltig zu leben:

  • Lieber Dinge leihen als sie zu kaufen. Das geht im Kleinen – etwa, wenn wir in die Bibliothek gehen, statt ein Buch zu kaufen – und im Großen, zum Beispiel mit Carsharing statt dem eigenen Auto. Auch Werkzeuge wie Bohrmaschinen, die man selten braucht, können im Baumarkt oder online geliehen werden.
  • Regionale Waren statt importierter Waren kaufen, etwa saisonales Obst und Gemüse aus der eigenen Region.
  • Auf Recycling-Materialien umsteigen: Nutzen Sie zum Beispiel Recycling-Papier, Recycling-Toilettenpapier, die Recycling-Küchenrolle und Ähnliches.
  • Wasser müssen Sie nicht kaufen, sondern können es aus dem Hahn zapfen. Das Leitungswasser in Deutschland ist nach der Trinkwasserverordnung geprüft und unterliegt strengeren Grenzwerten als die Mineral- und Tafelwasserverordnung. Hier können Sie sich über die Wasserqualität in deutschen Städten informieren.
  • Bei größeren Anschaffungen wie Kühlschrank, Fernseher oder Waschmaschine gilt: Achten Sie immer auf die Energieeffizienz. Unter diesem Aspekt können Sie auch einen eventuell höheren Preis in Kauf nehmen – durch gesparte Energie und Langlebigkeit des Produkts werden die Mehrkosten im Lauf der Zeit wieder eingespielt.

Die Energieeffizienzklasse zeigt Ihnen auf den ersten Blick, wie viel ein Elektrogerät verbraucht.

Wie frische Luft Ihre Heizkosten reduziert

Auf den ersten Blick mag das widersprüchlich erscheinen, aber gerade das Lüften hat einen großen Einfluss darauf, wie viel Energie fürs Heizen benötigt wird. Für das richtige Heizen und das richtige Lüften gelten folgende Tipps:

  • Stoßlüften, statt ein Fenster permanent gekippt halten. Das heißt: Öffnen Sie die Fenster mehrfach am Tag für wenige Minuten komplett, und das auch im Winter. So wird die Luft im Raum schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen. Die Heizung muss danach nur die Luft erwärmen und nicht auch das Mauerwerk. Noch effektiver ist das bei einem Durchzug durch mehrere Räume. Wichtig: Vor dem Lüften die Heizung abdrehen.
  • Ein Grad weniger Raumtemperatur kann viel ausmachen. Eine gemütliche Wärme entsteht schon, wenn das Thermostat des Heizkörpers auf 3 steht. In Schlafzimmern genügen 18 Grad, in wenig genutzten Räumen 16 Grad. Nachts sollten Sie die Heizung runterdrehen.
Indem Sie auf die Raumtemperatur achten und diese bei etwa 18 Grad halten, sparen Sie Heizkosten.
  • Komplett sollten Sie die Heizung jedoch auch im Urlaub nicht ausstellen. Abgesehen davon, dass zu starkes Auskühlen beim erneuten Heizen massiv Energie benötigt, können Frost und Schimmel Schäden anrichten.
  • Keine Möbel oder Vorhänge vor den Heizkörpern platzieren, ansonsten können sie ihre Wärme nicht gut und gleichmäßig abgeben.
  • Tür- und Fensterdichtungen überprüfen. Klemmen Sie dazu ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel, bzw. in die Tür. Lässt es sich bei geschlossenem Rahmen nicht herausziehen, ist alles in Ordnung. Andernfalls sollte die Dichtung erneuert oder der Fensterflügel justiert werden.
  • Falls ein Heizkörper Geräusche macht, ist wahrscheinlich Luft im System. Auch das verbraucht unnötig Energie. Entlüften schafft bei diesem Problem Abhilfe. Mit einem Entlüfterschlüssel können Sie das ganz einfach selbst machen. Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, sollten Sie jedoch zuerst mit dem Hausmeister oder der Hausverwaltung sprechen.

Noch mehr Tipps zum energiesparenden Heizen und Lüften finden Sie in unserem Artikel zum richtigen Heizen und Lüften.

Ganz einfach Energie sparen in der Freizeit

  • Bei Pausen in der Nutzung von elektronischen Geräten wie Notebooks, Tablets oder Spielekonsolen zumindest den Bildschirm ausschalten, bzw. das Gerät so einstellen, dass es frühzeitig in den Schlafmodus wechselt. Bildschirmschoner sind ein Relikt aus den Frühzeiten des Computers und heute überflüssig. Wird ein Gerät gar nicht benutzt, sollte es nicht im Stand-by-Modus bleiben, sondern ganz ausgeschaltet sein. Gerade bei manchen modernen Fernsehgeräten ist das zwar kaum möglich, weil sie sich quasi dauerhaft im Stand-by befinden, es funktioniert aber über abschaltbare Mehrfachstecker.
  • Computer, Tablets und andere Geräte besitzen oft einen Energiesparmodus, der sich ohne Qualitätsverlust benutzen lässt.
  • Statt einer digitalen Freizeitbeschäftigung könnten wir natürlich auch öfter eine analoge in Betracht ziehen – Lesen oder Kartenspielen, Rausgehen und Federball spielen oder sich mal wieder aufs Rad schwingen.
Sparen am meisten Energie: Klassische Beschäftigungen an der frischen Luft.

Es zeigt sich, dass man in allen Ecken des Haushalts jede Menge Energie sparen kann. Das ist gut für den Geldbeutel und ebenso gut für die Umwelt. Zusätzlich erreichen wir dabei eine positive Wirkung für unsere Umwelt, wenn wir dabei auf nachhaltige Energien zurückgreifen. Mit unserem Tarifrechner finden Sie den passenden Tarif für Ihr Zuhause und können dabei ganz einfach auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen.

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