Nachhaltig reisen: Wie verringere ich meinen ökologischen Fußabdruck im Urlaub?

    Nachhaltigkeit

    Wer nachhaltig reist, macht vieles richtig: das Klima wird geschont, der eigene ökologische Fußabdruck wird verringert und der Verbrauch von natürlichen Ressourcen wird reduziert. Zudem können Sie mit verantwortungsvoller Planung und den richtigen Verhaltensweisen noch weitere Nachteile des Massentourismus– oft auchOvertourism genannt – umgehen. Wir geben Ihnen wichtige Tipps zum nachhaltigen Reisen. Außerdem stellen wir Ihnen aktuelle Innovationen im Schienenverkehr vor, denn Züge gelten als besonders nachhaltige Transportmittel.

    Was bedeutet nachhaltiges Reisen?

    Klimaschutz und ein sorgfältiger Umgang mit begrenzten Ressourcen betreffen alle Bereiche unseres Lebens und damit auch unser Verhalten im Urlaub. Insbesondere das nachhaltige Reisen gilt heute – jenseits von Trends und Moden – als echte Alternative für umweltbewusste Touristen. Erverbindet das Reisebedürfnis des Menschen mit einem positiven Lebensgefühl

    Nachhaltiges Reisen wird oft als sanfter Tourismus bezeichnet. Die Anreise findet beispielsweise mit der Bahn und nicht mit dem Auto statt und am Urlaubsort ist etwa das Fahrrad das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Letztlich geht es darum, Natur und Landschaft zu schonen und den eigenen 
    ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Nachhaltig Reisende erleben zudem den Reiseort möglichst ursprünglich und respektieren die kulturellen Gegebenheiten der Region. 
    Sanfter Tourismus soll außerdem faire Arbeitsbedingungen vor Ort fördern und zu einer langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung der Urlaubsregion beitragen. Außerdem steht der sanfte Tourismus für ein Umdenken und eine neue Haltung gegenüber dem Reisen. Tourismus im Sinne der Nachhaltigkeit heißt, bewusster und rücksichtsvoller zu reisen.

    Im nachhaltigen Tourismus soll also nicht die Reiselust, z.B. durch Verbote, eingeschränkt werden, da viele Länder vom Tourismus leben. Es geht vielmehr darum, dass Reisende und die bereiste Region gleichermaßen vom Tourismus profitieren. Gleichzeitig werden vor allem die negativen Folgen des Overtourism auf ein Minimum reduziert.

    Teilweise bleibt aber auch sanfter Tourismus eine Herausforderung für die bereiste Region: Lebt die lokale Wirtschaft zu einseitig vom Reiseverkehr, entstehen starke Abhängigkeiten und man kann beispielsweise pandemiebedingte Einnahmeverluste kaum noch ausgleichen. Besser wäre eine Diversifizierung des Geschäfts, um breiter aufgestellt zu sein. Es bleibt eine schwierige Situation, denn in manchen Regionen ist der Tourismus als Einnahmequelle kaum zu ersetzen.

    Sanfter Tourismus berücksichtigt bei der Wahl eines Reiseziels auch ökologische Gesichtspunkte. Eine kürzere An- und Abreise wird von nachhaltig Reisenden oft bevorzugt, um den eigenen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten.

    So wirkt sich der Tourismus auf die Umwelt aus

    Warum unser Umweltbewusstsein auch das Verhalten im Urlaub beeinflussen sollte, zeigen die weitreichenden Auswirkungen des Reisens. So wird das Klima insbesondere durch den hohen CO2-Ausstoß eines Flugzeugs belastet. Ein Hin- und Rückflug zwischen Deutschland und den Kanarischen Inseln erzeugt pro Person etwa 1,8 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Das entspricht knapp 15 Prozent des durchschnittlichen Jahresverbrauchs pro Kopf in Deutschland. Insgesamt sind Flugzeuge für 75 Prozent des CO2-Ausstoßes im Tourismus verantwortlich. Ein einzelner Personenkilometer mit dem Flugzeug verursacht z. B. bei Inlandsflügen ca. 250 g/km CO2-Emissionen. Somit erzeugt ein Flug von Hamburg nach München bereits CO2-Emissionen in Höhe von 153 Kilogramm. Und dieser Wert gilt nur für eine Person.

    Treibhausgase wie CO2 tragen maßgeblich zur Erderwärmung bei. Auf die Umwelt haben auch Kreuzfahrten nennenswerte Auswirkungen. Ein Kreuzfahrtschiff stößt genauso viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos, die eine vergleichbar lange Strecke zurücklegen.

    Eine weitere klimaschädliche Folge des Tourismus sind Landschaftsveränderungen. Durch eine intensivere Bebauung (Ferienwohnungen, Hotels, Hochhäuser) kann eine Region ihre charakteristische Ursprünglichkeit verlieren. Zudem werden durch infrastrukturelle Maßnahmen die Lebensräume mancher Tiere zerstört, die Artenvielfalt nimmt ab und das ökologische Gleichgewicht der Region wird gefährdet. Auch Pflanzen am Rande von Pfaden und Wegen können in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn viele Besucher Naturattraktionen besichtigen.

    Ein zusätzliches Problem ist der Müll, der unter anderem die Strände verschmutzt. Derartige Verschmutzungen können auch globale Auswirkungen haben, wenn etwa Mikroplastik vermehrt über verschmutzte Urlaubsstrände direkt ins Meer gelangt. An einigen Urlaubsorten verstärkt der Massentourismus zudem die Wasserknappheit und die Gewässerverschmutzung durch ein erhöhtes Abwasseraufkommen.

    Bus und Bahn stoßen im Vergleich zum Flugzeug und zum Auto mit Verbrennungsmotor deutlich weniger CO pro Person aus. Mit 21 kg CO2-Emissionen pro Personenkilometer ist das Flugzeug das klimaschädlichste Transportmittel. 

    Unsere Tipps: Wie Sie besonders nachhaltig reisen 

    Bedenkliche Folgen des Tourismus können durch bewusstes und nachhaltiges Reisen teils reduziert oder sogar ganz vermieden werden. Mit folgenden Tipps schonen Sie Ressourcen, die Umwelt und das Klima:

    • Wählen Sie das Reiseziel mit Bedacht: Aus ökologischer Sicht sollten Sie näher gelegene Reiseziele bevorzugen. Auch die Häufigkeit von Fernreisen sollte reduziert werden.
    • Nutzen Sie möglichst klimaschonende Transportmittel: Für die An- und Abreise eignen sich Züge oder E-Autos, die keine fossilen Brennstoffe benötigen. Nützliche Tipps für lange Fahrten mit dem E-Auto erhalten Sie hier. Vor Ort können Sie dann z.B. E-Bikes, Fahrräder oder klimaschonendes Carsharing nutzen.
    • Sparen Sie Ressourcen: Nicht nur bei der An- und Abreise, sondern auch vor Ort können nachhaltig Reisende gezielt den Verbrauch von Ressourcen reduzieren (z. B. Wasser und Strom sparen).
    • Achten Sie auf CO2-Kompensation: Urlaubsbedingte CO2-Emissionen können Sie mit Kompensationsspenden ausgleichen. Mit den steuerlich absetzbaren Spenden werden dann unter anderem Klimaschutzprojekte gefördert (z. B. Aufforstung von Regenwald). Auch Staaten und Unternehmen kompensieren CO2 durch einen Emissionshandel mit Klimazertifikaten.
    • Kaufen Sie regionale Produkte: Wer am Urlaubsort lokale Produkte und Lebensmittel kauft, unterstützt die regionale Wirtschaft. Restaurant-, Bar- oder Cafébesuche unterstützen ebenfalls die Urlaubsregion.
    • Verzichten Sie auf All-Inclusive Pauschalreisen: Ein möglichst klimaschonend geplanter und organisierter Urlaub ist in der Regel Angeboten des Massentourismus vorzuziehen.
    • Achten Sie auf Nachhaltigkeitssiegel: Im sanften Tourismus garantieren Nachhaltigkeitslabels die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards. Zu den führenden Gütesiegeln zählt etwa das TourCert¬Siegel, Fair Unterwegs und das Forum Anders Reisen bieten zu den gängigsten Siegeln ausführliche Wegweiser an.
    • Betreiben Sie aktiv Naturschutz: Bei Outdoor-Aktivitäten (z. B. Grillen, Picknick im Freien) sollten Sie keine Abfälle in der Natur zurücklassen. Verhalten Sie sich im Sinne des Tier- und Pflanzenschutzes und beachten Sie geltende Verhaltensregeln.

    Unser Tipp: Sie können auch im Alltag und Zuhause nachhaltiger leben. Hier erfahren Sie mehr.

    Schnell und nachhaltig reisen mit den Zügen der Zukunft

    Die Zukunft gehört Transportmitteln, die das nachhaltige Reisen noch attraktiver und vielfältiger machen. Schon heute können wir vermehrt E-Autos mit alternativen Antrieben nutzen. Ein modernisierter und ausgebauter Schienenverkehr soll klimaschonendes Reisen ebenfalls optimieren und erleichtern. So arbeiten Experten aus verschiedenen Fachbereichen derzeit am "Next Generation Train". Solche Konzepte für eine Mobilität der Zukunft zielen unter anderem auf umweltschonende Antriebe und eine verbesserte Aerodynamik. Windschnittige Züge sparen Energie und sind leiser, da sie durch einen geringeren Luftwiderstand gerade bei hohen Geschwindigkeiten weniger Lärm verursachen. Derzeitige Zielsetzungen sehen vor, dass die Züge von morgen im Vergleich zu den jetzigen Zügen ungefähr 25 Prozent weniger Energie verbrauchen sollen.

    Spitzengeschwindigkeiten bis 400 km/h machen Zugreisen in Zukunft auch für Urlauber interessant, denen eine Reise mit der Bahn aktuell zu lange dauert. Auch alternative Antriebe werden derzeit intensiver erforscht, um den Schienenverkehr nachhaltiger und attraktiver zu machen. Wo keine Oberleitung verfügbar ist und aktuell Dieselloks zum Einsatz kommen müssen, könnten diese künftig batteriebetrieben oder mit grünem Wasserstoff angetrieben werden. Seit 2018 fährt bereits mit dem Alstom Coradia iLint ein Personenzug auf Wasserstoff-basis im Fahrgastbetrieb. Außerdem plant die Deutsche Bahn, bis 2040 vollkommen auf fossile Dieselkraftstoffe zu verzichten und auf 100 % Ökostrom umzusteigen.

    Verbesserungen plant die Deutsche Bahn auch bei der Infrastruktur und beim Service. So sollen Reisende zukünftig ihr Gepäck am Bahnhof aufgeben können und es – wie bei Flugreisen – am Zielort zurückerhalten. Die neuen Züge sollen zudem regelmäßiger auf dem Streckennetz fahren, das zugleich auch weiter ausgebaut wird. Aktuell werden wieder vermehrt Nachtzüge innerhalb Europas eingesetzt, um eine klimaschonende Alternative insbesondere zum Kurzstreckenflug zu bieten.

    Nachhaltig leben – auch bei der Energieversorgung

    Immer mehr Menschen entscheiden sich für nachhaltiges Reisen, um die Umwelt zu schonen und ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Nachhaltigkeit im Urlaub ist aber nur ein Baustein für einen besseren Klimaschutz. Im eigenen Zuhause reduzieren Sie mit den Ökostrom- und Biogastarifen von Shell Energy Treibhausgase und treiben die Energiewende voran. Mit unserem Tarifrechner finden Sie sofort den optimalen Tarif für mehr Nachhaltigkeit.

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