So wird Ihr Zuhause zum Smart Home: Drei Schritte zu einem klugen, komfortablen und sparsamen Heim

Smart LifeEnergie im Haushalt

Das moderne Zuhause von heute soll komfortabel und sicher sein, aber eben auch möglichst nachhaltig und energieeffizient. Sowohl beim Neubau als auch bei der Renovierung von Altbauten werden Gebäude daher zunehmend als Smart Home, als intelligentes Zuhause, geplant. Ein großer Vorteil eines Smart Homes: die vielseitigen Möglichkeiten, Energie effizienter einzusetzen. So regelt das Smart Home beispielsweise die Raumtemperatur bei Abwesenheit und passt sie vor der Rückkehr der Hausbewohner wieder optimal an. Gesteuert werden solche automatisierten Prozesse über fest installierte Regler im Haus oder über eine App auf dem Smartphone – der Fachbegriff dafür lautet Hausautomation.

Smart Home Geräte können den Wohnkomfort via Hausautomation zum Beispiel durch den Einsatz eines Saugroboters oder auch durch die Koordination der Lichtsteuerung verbessern. Das hilft, Ihr Haus sicherer zu machen: Nicht nur durch Bewegungsmelder im Außenbereich zum Einbruchschutz, sondern beispielsweise auch dadurch, dass Geräte wie Herd oder Waschmaschine keine Gefahrenquellen mehr darstellen – denn so können sie automatisch abgeschaltet werden. Und es gibt noch viele weitere Smart Home Anwendungen, die Ihr Leben einfacher machen. Keine Angst, dafür müssen Sie kein Technik-Experte sein. Im Gegenteil: Das Smart Home nimmt Ihnen vieles ab.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihr Zuhause in ein Smart Home verwandeln wollen, verraten wir Ihnen in drei einfachen Schritten.

Was ist ein Smart Home überhaupt?

Genau definiert ist der Begriff Smart Home nicht. Grundsätzlich geht es um technikunterstütztes Wohnen, das sich auf individuelle Bedürfnisse fokussiert. Schon in den 1990er-Jahren entstanden erste Vorstellungen vom intelligenten Haus. In die Realität schafften es die ersten Smart Homes erst Anfang dieses Jahrhunderts, wobei die Entwicklung und die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind. Gerade die zunehmende Digitalisierung eröffnet immer neue Anwendungen, die unter dem Oberbegriff „Internet der Dinge“ zusammengefasst werden. Auch der Ausbau des 5G-Netzes spielt für die Entwicklung des Smart Homes eine wesentliche Rolle, da sich so viele Smart Home Geräte und Anwendungen durch die höheren Datengeschwindigkeiten auch von unterwegs in Echtzeit steuern lassen – nicht zuletzt erfüllt 5G hohe Sicherheitsstandards. Die Zahl der Haushalte in Deutschland, die Smart Home nutzen, wird bis 2022 voraussichtlich auf bereits acht Millionen steigen.

Typischerweise besteht ein Smart Home aus mehreren Elementen, die den Ablauf im Haushalt automatisch steuern. Das erste Element umfasst die Endgeräte, von der Heizung über den Herd bis hin zur Musikanlage oder dem Fernseher. Was genau Sie alles miteinander vernetzen, bleibt natürlich Ihre persönliche Entscheidung.

Das zweite Element bilden Sensoren, die beispielsweise die Raumtemperatur messen und registrieren, ob ein Fenster offen oder geschlossen ist. Diese Daten werden an das dritte Element, das so genannte Gateway, per Kabel, Funk oder auch die vorhandene Stromleitung übertragen. Dort werden sie miteinander vernetzt. Steht also ein Fenster offen, fährt in dem Raum die Heizung herunter. Die Möglichkeiten zur Vernetzung sind nahezu unbegrenzt:

  • Jalousien können zu einer bestimmten Uhrzeit schließen.
  • Der Kühlschrank kann selbsttätig Lebensmittel nachbestellen.
  • Medieninhalte lassen sich an einem zentralen Ort speichern, so dass alle Bewohner individuell darauf zugreifen können.

Das finale Element ist eine Steuerungseinheit – die Schnittstelle zwischen Benutzer und Technik. Sie steuert und kontrolliert das komplette System. Das kann ein Smartphone sein, ein Tablet, Touchdisplays, Temperaturregler oder eben der klassische Lichtschalter. Auch die Sprachsteuerung wird zunehmend beliebter für die übergreifende System-Koordination.


Mit dem richtigen Smart Home Setup können sie vielfältige Prozesse automatisieren – und so Energie sparen.
Ein wesentlicher Vorteil eines Smart Homes ist die Energieeinsparung durch die Vernetzung der einzelnen Teilelemente – wie das offene Fenster und die Heizung. Geräte und Anlagen laufen nur, wenn sie wirklich genutzt werden. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik ergeben sich bei Familien-Haushalten Energieeinsparungsmöglichkeiten von bis zu 17 Prozent, bei Single-Haushalten sogar bis zu 40 Prozent.


Schritt 1: Ihre individuellen Wünsche und Möglichkeiten ermitteln

Bevor es an die konkrete Umsetzung Ihres Smart Homes geht, sollten Sie sich überlegen, welche Wünsche Sie haben. Das heißt: Welche Smart Home Geräte brauchen Sie im Alltag, welche nutzen Ihnen tatsächlich und welche nicht? Was ist Ihnen wichtig? Energieeffizienz, Entertainment, Einbruchschutz – oder alles zusammen?

Wichtig: Planen Sie jeweils für einzelne Räume und behalten Sie die Alltagstauglichkeit im Blick. Und kaufen Sie tatsächlich nur unbedingt notwendige und wirklich sinnvolle Geräte, um ihren Alltag zu verbessern – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen. Denn ein vernetztes Zuhause hat eine Schwachstelle: Je smarter, desto mehr Angriffspunkte für Cyber-Attacken. Fachkundige Beratung beim Kauf von Smart Home Geräten ergibt daher auf jeden Fall Sinn. Essentiell für die Sicherheit ist außerdem ein mit WPA2 verschlüsselter WLAN-Router. Der Zugang dazu sollte mit einem komplexen und einmaligen Passwort gesichert sein. Verwenden Sie dieses Passwort für keine andere Anwendung und schützen Sie es gut vor dem Zugriff Dritter.

Zurück zur Planung: Was ist überhaupt möglich in Sachen Smart Home? Und welcher Aufwand lohnt sich? Schon kleinste Geräte können großen Nutzen haben. Ein Beispiel sind smarte Stromzähler, auch Smart Meter, genannt. Sie zeichnen den Stromverbrauch exakt auf und identifizieren die größten Verbrauchsquellen. Warum das wichtig ist? Der Verbrauch ist so punktgenau berechenbar, Abschlagszahlungen entfallen. Darüber hinaus sind Smart Meter entscheidend für die Umsetzung der Energiewende. Erneuerbare Energien sind wetterabhängig, dennoch muss die Versorgung zuverlässig sein. Dabei helfen die Smart Meter durch ihre Datenanalysen. Sie lassen Geräte wie etwa Wäschetrockner nur dann laufen, wenn der Zeitpunkt und die Strompreise günstig sind. Übrigens: Smarte Stromzähler sind seit 2020 Pflicht, wenn der Stromverbrauch eines Haushalts über 6000 kWh beträgt.
Mit einem Smart Meter behalten Sie Ihren Energieverbrauch genau im Blick

Generell sind folgende Gerätearten in einem Smart Home vernetz- und fernsteuerbar:

  • Heizungen, Klima- und Beschattungsanlagen, etwa Thermostate, Ventilatoren, Luftbefeuchter oder Jalousien.
  • Beleuchtung – von der Stehlampe bis zum Gartenstrahler.
  • Sicherheitskomponenten wie Alarmanlage, Kameras, Bewegungs- und Rauchmelder, Wasser- oder Glasbruchsensoren.
  • Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Wasch-, Spül- und Kaffeemaschine,
    Saug-, Wisch- oder Mähroboter.
  • Entertainment-Geräte – angefangen vom Smart TV über Smart Speaker à la Alexa und Tablets bis hin zu Fitnessarmbändern oder sogar Drohnen.

Schritt 2: Die für Sie passende Technologie finden

Es gibt keine Standardlösung für ein Smart Home. Doch fangen Sie lieber klein an und besorgen Sie sich ein Starter-Set – die gibt es von vielen Anbietern bereits für 200 bis 300 Euro. Sie konzentrieren sich meist auf einen Teilaspekt des Smart Homes – oft aufs Energiesparen und die Heizung. Diese Starter-Sets bestehen dabei aus smarten Thermostaten, einer Basisstation, die mit Funk arbeitet, sowie einem Fensterkontakt, der anzeigt, ob das Fenster offen oder geschlossen ist.

Nun geht es darum, weitere Geräte zu finden, die sowohl kompatibel sind als auch zum eigenen Zuhause passen. Bei Neubauten können Sie flexibel planen, wo welches Gerät seinen Platz finden soll. Sie müssen dabei aber bereits im Vorfeld an die Stromversorgung denken. Soll etwa die Haustür per Kamera überwacht werden, muss dort auch eine entsprechende Leitung hinführen. Zudem sollte das Stromnetz noch ein zusätzliches Steuerungselement erhalten, ein sogenanntes Bus-Netz: Damit kann das Smart Home gesteuert und gegebenenfalls erweitert werden. Im Neubau lohnt es sich zudem, eine Smart Home Heizung einzubauen – ökologisch und ökonomisch eine sinnvolle Maßnahme. Sie reguliert die Temperatur eigenständig nach individuellen Vorgaben und erkennt, wann sie die Temperatur drosseln oder erhöhen soll. Derlei Anlagen sind aber auch nachrüstbar.

Bei Altbauten und Mietwohnungen stellt sich oft die Frage, ob überhaupt Änderungen am Gebäude vorgenommen werden dürfen. Doch generell lassen auch sie sich zum Smart Home nachrüsten. Dafür sind vor allem Systeme praktikabel, die auf Funkbasis arbeiten. Diese Plug & Play Systeme können auch von Laien in weniger als einer halben Stunde installiert werden. Das Einrichten erfolgt per Computer oder Smartphone, die Software ist in der Regel selbsterklärend. Zieht man aus, kann man die Anlage einfach mitnehmen.

Im Zweifelsfall können Sie einen professionellen Smart Home Berater hinzuziehen. Die Dienste eines solchen Systemintegrators für Smart Home sind allerdings zusätzlich kostenpflichtig. Also besser vorher einmal alles überschlagen und sehen, ob sich der Zugewinn an Einsparmöglichkeiten, Komfort und Sicherheit lohnt.

Schritt 3: Budget ermitteln und Smart Home installieren

Das Budget ist letztlich entscheidend. Überlegen Sie sich gut, was Sie alles installieren und welche Summe Sie investieren möchten. Erfreulich: Die Smart Home Kosten sind in den vergangenen Jahren gesunken. Jenseits des Starter-Sets sollten Sie für ein System mit Funkverbindung mindestens 1.500 Euro kalkulieren, um die Bereiche Licht, Sicherheit und Energie abzudecken. Bei fest verkabelten Lösungen sind es für den gleichen Effekt gerne mehrere tausend Euro. Diese Anlagen sind allerdings wartungsärmer und langlebiger.

Bereits beim Bestellen der einzelnen Smart Home Geräte sollten Sie bedenken, was später für die Montage notwendig ist, also etwa Kabel, Dübel oder Schrauben. Sollten Sie die Installation des Smart Home selbst durchführen, nehmen Sie sich Zeit. Das gilt auch dann, wenn es von einem Experten eingerichtet wurde und es um die Koordination der Bedienung geht – die korrekte Einrichtung ist schließlich das A und O des intelligenten Hauses. Die Einrichtung beginnt mit der Smart Home Zentrale, die alle anderen Geräte verknüpft. Das kann auch mittels Sprachsteuerung erfolgen.

Smart Home Anwendungen selbst einrichten oder den Fachmann rufen? Das ist ganz Ihnen überlassen.

Im Anschluss geht es darum, Abläufe zu automatisieren, etwa dass sich eine Lampe zu bestimmten Uhrzeiten an- und ausschaltet. Auch das funktioniert über die App des jeweiligen Herstellers. Die Automatismen können aber auch über die Sprachsteuerung bedient werden – sagt man dem Sprachsteuerungsassistenten „Guten Morgen“, geht die Kaffeemaschine an, die Jalousien öffnen sich und die Haustür schließt auf. Wem das nach einer gewissen Gewöhnungszeit gefällt, der kann sein System ausweiten.

Das Smart Home wird in Zukunft etwas Alltägliches werden. Die Bedienung wird immer einfacher, die Anschaffung preiswerter und die Integration ins tägliche Leben unkomplizierter. Nicht zuletzt können Smart Home Geräte dabei helfen, eine Menge Energie zu sparen. Im Optimalfall nutzen Sie für Ihr Zuhause – ob Smart Home oder ganz konventionell – Strom aus erneuerbaren Energien. Mit den Stromtarifen von Shell Energy, welche die gesetzlichen Anforderungen an Strom aus erneuerbaren Energien übertreffen, geht das schon heute ganz schnell und unkompliziert.

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