Tipps für lange Fahrten: So maximieren Sie die Reichweite Ihres Elektroautos

E-Mobilität

E-Autos sind ein wichtiger Baustein der Verkehrswende und damit auch eines wirksamen Klimaschutzes. Durch technische Fortschritte sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb inzwischen alltagstauglich und werden immer erschwinglicher. Selbst bei der Reichweite, die lange als Nachteil der neuen Fahrzeuggeneration galt, haben Elektroautos enorm aufgeholt. Nichtsdestotrotz kann die Reichweite nicht nur nach Modell, aber auch zum Beispiel nach Jahreszeit variieren. Wir erklären, warum die Reichweite von E-Autos variiert und wie sie beeinflusst werden kann.

Welche Reichweite haben E-Autos?

Beim Kauf eines E-Autos spielt – neben dem Preis – die Reichweite eine wichtige Rolle. Vor einigen Jahren betrug sie im Durchschnitt etwa 150 Kilometer, aktuelle E-Autos haben bereits eine durchschnittliche Reichweite von 250 bis 300 Kilometern. Einige Modelle können derzeit sogar über 500 Kilometer am Stück ohne eine zusätzliche Aufladung zurücklegen. Prognosen gehen davon aus, dass die durchschnittliche Batteriereichweite bis 2025 auf nahezu 800 Kilometer ansteigen wird.

Die größer werdenden Reichweiten von E-Autos profitieren besonders von stetigen Optimierungen der Batterie- und Akkutechnik. Aktuell werden meist sogenannte Lithium-Ionen-Akkus ohne leistungsmindernde Memory-Effekte verbaut, es stehen aber schon nachhaltigere und noch effizientere Technologien wie Natrium-Ionen-Akkus in den Startlöchern. Ein wegweisender Zukunftstrend ist die Nutzung von Solarzellen, die in die Karosserie der Fahrzeuge integriert werden und die Sonnenenergie für die Aufladung der Akkus nutzen. 

Was beeinflusst die Reichweite von E-Autos?

Trotz der technischen Fortschritte schwankt die Reichweite von Elektroautos stark. Technische und wetterbedingte Faktoren, aber auch Verhaltensweisen bei der alltäglichen Nutzung von E-Autos, beeinflussen die Reichweite nicht unwesentlich. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen:

  • Ladestrategien: Das E-Auto sollte richtig geladen werden, um Einbußen bei der Akkukapazität eines E-Autos vorzubeugen und die Lebensdauer zu verlängern, denn durch häufige Schnellladungen altert die Batterie schneller.
  • Fahrstil: Jeder Akku ist nur für eine bestimmte Anzahl von Ladezyklen ausgelegt (bei einem Lithium-Ionen-Akku sind es ca. 1000 - 1500 Zyklen). Hektisches und unruhiges Fahren, erhöhte Geschwindigkeit und starkes Beschleunigen erhöhen den Energieverbrauch und belasten die Batterie eines E-Autos zusätzlich.
  • Reifendruck: Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand eines Reifens. Auch die Beschaffenheit eines Reifens (verwendete Gummimischung) hat Auswirkungen auf den Rollwiderstand und somit auch auf den Energieverbrauch.
  • Fahrzeuggewicht: Ein schweres Auto verbraucht mehr Energie als ein leichtes Fahrzeug.
  • Aerodynamik: Bereits bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ist der Luftwiderstand der höchste Widerstandsfaktor beim Autofahren. Daher sind besonders windschnittige Modelle energiesparender.
  • Energieverbrauch und Energieeffizienz: Je nach Modell haben z. B. Bauweise, Fahrzeuggewicht und die verwendete Getriebetechnik Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Akkus.
  • Nutzung von Heizung und Klimaanlage: Besonders bei extremen Temperaturen im Sommer und Winter wird die Elektroautobatterie durch die elektronische Temperaturregelung stark beansprucht.
  • Außentemperatur und Jahreszeit: Die Akkus von E-Autos halten im Sommer deutlich länger durch als im Winter. Selbst bei 40 Grad Hitze behalten sie noch ca. 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit. Im Winter reduziert sich wiederum die Reichweite eines E-Autos um 10 - 30 Prozent.

Ein besonders wichtiger Faktor für die Reichweite von E-Autos ist die Batteriekapazität:

  • Eine neue Batterie hat eine höhere Kapazität als eine alte. Durch viele Ladezyklen nimmt im Laufe der Zeit die Speicherkapazität ab.
  • Je nach Modell gibt es große Unterschiede: Die gängigen Batteriekapazitäten variieren zwischen 32,3 kWh in Kleinwagen bis hin zu 100,0 kWh in der Oberklasse.
  • Größere Batterie haben eine längere Lebensdauer, die daraus resultiert, dass größere Batterien für die gleiche Laufleistung weniger Ladezyklen benötigen. Dadurch altern sie, je nach Benutzung, langsamer und haben eine längere Lebensdauer. Außerdem können sie an der Schnellladesäule mit einer höheren Ladeleistung zügiger aufgeladen werden.

Obwohl eine hohe Batteriekapazität gerade bei längeren Strecken Vorteile hat, ist sie nicht grundsätzlich gleichzusetzen mit einer großen Reichweite. Das Zusammenspiel vieler Faktoren ist wichtig. Wer beispielsweise bei einer Langstrecke Klimaanlage und Scheinwerfer über einen längeren Zeitraum gleichzeitig nutzt, zu einem hektischen Fahrstil neigt oder aber auch mit niedrigem Reifendruck unterwegs ist, muss eher wieder aufladen. Auch ist trotz gewisser Reichweitenvorteile bei einer großen Batterie zu bedenken, dass für die Herstellung eines größeren Akkus mehr Energie benötigt wird. Zudem wird das Auto durch jedes zusätzliche Gewicht schwerer. Beide Faktoren wirken sich eher negativ auf die CO-Gesamtbilanz und den ökologischen Fußabdruck eines Elektroautos aus.

So wird die Reichweite eines E-Autos berechnet

Wenn Sie sich für die Reichweite eines E-Autos interessieren, können Sie diese mit einer Formel berechnen: Akkukapazität ÷ Verbrauch/100 km = Reichweite. Wer es noch genauer wissen möchte, kann auch einen speziellen Reichweitenrechner nutzen, der die Faktoren Fahrstil, Außentemperatur und Geschwindigkeit berücksichtigt.

Unsere Tipps: So kommt Ihr Elektroauto gut durch den Winter

Bei Elektroautos gibt es besonders im Winter teils beachtliche Leistungs- und Reichweitenschwankungen. Die „Wohlfühltemperatur“ eines E-Auto-Akkus liegt ca. bei 20 -40 Grad. Wird diese in der kalten Jahreszeit deutlich unterschritten, nimmt die Effizienz ab und die Batterie kann bei Minusgraden sogar bis zu 41 Prozent ihrer Leistung einbüßen. Das liegt unter anderem daran, dass ausgekühlte Batterien weniger Energie aufnehmen und zugleich aufgrund eines erhöhten Widerstands eine geringere Leistung abgeben. Gleichzeitig muss die Batterie den erhöhten Energiebedarf von Elektroautos im Winter decken. Heizung und Beleuchtung werden in einer kalten und dunklen Jahreszeit intensiver genutzt als im Sommer.

Fahrer können allerdings mit unseren E-Auto-Tipps die Reichweite optimieren und Problemen im Winter vorbeugen:

  1. Vermeiden Sie nach Möglichkeit lange Standzeiten und damit das Auskühlen des Akkus, indem der Wagen besonders über Nacht in einem geschlossenen Raum (z. B. in einer Garage) geparkt wird.
  2. Nutzen Sie besonders effiziente Heiztechniken, zum Beispiel den Umluftbetrieb der Innenraumheizung. Zugleich kann die Innenraumheizung durch den gezielten Einsatz der Sitz- und Lenkradheizung entlastet und etwas niedriger eingestellt werden.
  3. Kalkulieren Sie im Winter teils deutlich längere Ladezeiten für einen ausgekühlten Akku ein.
  4. Beachten Sie, dass Ganzjahres- und insbesondere Winterreifen aufgrund der verwendeten Gummimischungen einen Mehrverbrauch verursachen können.
  5. Nutzen Sie den energiesparenden Eco-Modus und passen Sie den Fahrstil an die Jahreszeit an. Durch eine vorsichtige und kontrollierte Fahrweise wird verhindert, dass die Räder durchdrehen und dadurch mehr Energie verbraucht wird.
  6. Bevorzugen Sie nach Möglichkeit Routen, die weniger Energie verbrauchen (z. B. Strecken ohne starke Steigungen).
E-Autos lassen sich immer schneller und komfortabler aufladen, auch weil das Ladenetz immer weiter ausgebaut wird.

Kurz- oder Langstrecke: Für wen lohnt sich aktuell ein E-Auto?

Aufgrund der Leistungs- und Reichweitenschwankungen eignen sich E-Autos besonders für Fahrer, die Kurzstrecken im Stadt- und Berufsverkehr zurücklegen. Aber auch für Autofahrer, die regelmäßig längere Strecken zurücklegen müssen, wächst das Angebot stetig. Wer gezielt ein Modell auswählt, das beim Verbrauch und bei der Reichweite auf die individuellen Anforderungen abgestimmt ist, muss bei den Langstrecken etwa im Vergleich zu Hybridautos kaum noch größere Einschränkungen befürchten.

Dass E-Autos mit größter Reichweite mittlerweile 500 und mehr Kilometer ohne zusätzliche Aufladung zurücklegen können, ist nicht ihr einziger Vorteil. Elektroautos erzeugen in den Städten keine Abgase und sind leiser als Autos mit Verbrennungsmotoren. Neben einer langen Lebensdauer und einem geringen Wartungsbedarf sind E-Autos außerdem mit nachhaltigen Technologien sehr gut vereinbar. Verbraucher können zudem für ihre heimische E-Auto-Ladestation Strom aus erneuerbaren Energien nutzen, beispielsweise mit einem klimafreundlichen Stromtarif. Durch die sogenannte Rekuperation kann beim Bremsen sogar Energie zurückgewonnen werden. Außerdem wird E-Mobilität nicht zuletzt durch staatliche Förderung und die zügige Optimierung von Technologien immer günstiger und verbraucherfreundlicher. Zu beachten gilt dabei, dass eine Förderung erst möglich ist, wenn der bezogene Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

Verbreitung und Reichweite von E-Autos hängen auch vom Ausbau der Ladeinfrastruktur ab, an dem sich Shell aktiv beteiligt. So möchte Ubitricity, Anbieter und Betreiber von Ladetechnologien für Elektrofahrzeuge und Mitglied der Shell Gruppe, in Berlin zukünftig ca. 900 Laternen als Ladestationen für Elektrofahrzeuge nutzbar machen. Die sogenannte "Reichweitenangst" verliert somit immer mehr an Bedeutung, weil das Aufladen immer einfacher und komfortabler wird: Die neuen Schnellladesäulen, an Shell Stationen, liefern einheitlich mindestens 150 kW Leistung und ermöglichen das Nachladen innerhalb weniger Minuten.

E-Auto: Eine echte Alternative zu Autos mit Verbrennungsmotor

Noch vor wenigen Jahren standen Autofahrer bei langen Fahrten mit einem Elektroauto, besonders im Winter, vor Herausforderungen. Dank neuester technologischer Fortschritte sind E-Autos inzwischen eine alltagstaugliche und ganzjährige Alternative zu Autos mit Verbrennungsmotor, zumal der Fahrer selbst einen direkten Einfluss auf die tatsächliche Reichweite des Wagens hat.

Laden Sie Ihr E-Auto einfach Zuhause auf! Mit einer Wandladestation – auch Wallbox genannt – können Sie dazu wie bei einer Steckdose den Strom aus ihrem Haushalt nutzen. Diesen versorgen Sie am besten mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Shell Energy bietet für Ihren Haushalt günstige und besonders nachhaltige Tarife. Probieren Sie einfach unseren Shell Energy Tarifrechner aus.

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