Energiewende: Deutschlands Weg in die CO₂-Neutralität

    Erneuerbare Energie

    Hinweis: Wir bei Shell Energy wollen Sie bestmöglich mit Wissen rund um die Themen Energie und Nachhaltigkeit versorgen und aktualisieren unsere Inhalte kontinuierlich. Leider können wir die Aktualität dieser Inhalte aufgrund der sich rasant verändernden Informationslage zur Situation im Energiesektor derzeit nicht garantieren.

    Die Umstellung unserer Energieversorgung auf regenerative Energien ist die Grundlage für einen effizienten Klimaschutz. Deutschland beteiligt sich an dem globalen Umbau der Energieversorgung, der hierzulande auch als Energiewende bezeichnet wird. Erfahren Sie, was die Energiewende in Deutschland ist und wie sie umgesetzt werden soll. Außerdem erklären wir, welches Stromnetz die Energie der Zukunft verwalten und verteilen wird.

    Die Energiequellen der Zukunft: CO₂-neutral und nachhaltig

    Im Rahmen der Energiewende setzt Deutschland auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzen soll. Außerdem soll – als Reaktion auf die Ereignisse im japanischen Kernkraftwerk Fukushima – bis Ende 2022 ein stufenweiser Ausstieg aus der Atomenergie erfolgen. An die Stelle der alten Energieträger sollen unter anderem Sonnen- und Windenergie treten. Nach heutigen Berechnungen könnten im Jahr 2050 bis zu 80 Prozent des Stroms aus Windenergie und bis zu 20 Prozent aus Solarenergie (Photovoltaik) stammen. Auch Wasserkraft und Wasserstoff gelten als grüne Energieträger der Zukunft. Eine weitere Energiequelle ist Erdwärme – sie basiert auf thermischer Energie, die in der Erdkruste gespeichert ist. Die Energiegewinnung aus Biomasse gehört ebenfalls zum nachhaltigen Energiemix der Zukunft. Zur Biomasse zählen nachwachsende Rohstoffe, wie Holz, Raps und Mais.

    Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht das einzige Anliegen der Energiewende. Weitere Maßnahmen, die zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen und unsere Energieversorgung auch langfristig sichern sollen, sind die Optimierung alter und die Entwicklung neuer Formen der Energiespeicherung, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Senkung des Energieverbrauchs.

    Die deutsche Energiewende ist keineswegs ein nationaler Alleingang. Seit 2019 gibt es mit dem European Green Deal auch ein europäisches Konzept für eine nachhaltige Energiepolitik der Zukunft. Das Abkommen sieht vor, die Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null zu reduzieren. Die Weltklimakonferenz von 2021 (COP 26) beschloss in Glasgow ebenfalls eine Verringerung der Treibhausgasemissionen. Bis 2030 sollen sie weltweit um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 reduziert werden.

    Energiesparen und effizienter mit Energie wirtschaften können auch Sie. Wir geben Ihnen dazu wichtige Tipps.

    Unterschiedliche Energiequellen bestimmen den Energiemix der Zukunft. Maßgebend sind CO₂-Neutralität und Nachhaltigkeit der Energieerzeugung.

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    So wird die Energiewende finanziert

    Für die Energiewende hat sich die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 verringert werden. Um dieses Ziel zu erreichen und den Umbau der Energieversorgung zu beschleunigen, wurde bereits 2000 das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" (EEG) eingeführt. Es legt fest, dass erneuerbare Energien gezielt gefördert werden. Außerdem erhalten Erzeuger von nachhaltigem Strom eine Abnahmegarantie sowie eine feste Einspeisevergütung. Die sogenannte EEG-Umlage ist anteilig im Strompreis enthalten, 2022 zahlen Verbraucher 3,7 Cent pro Kilowattstunde für die Förderung alternativer Energien. Mit der Einführung des CO₂-Preises wird die EEG-Umlage auf den Strompreis zunächst gesenkt. Ab 2023 soll die EEG-Umlage nach den derzeitigen Plänen der Bundesregierung ganz abgeschafft werden. Die Energiewende soll dann vor allem mit den Einnahmen der CO₂-Bepreisung finanziert werden.

    Sie wollen mehr zu den Kosten und Nutzen des CO₂-Preises erfahren? Lesen Sie hier weiter.

    Dass der Umbau der Energieversorgung Früchte trägt, zeigen auch die Zahlen: 2021 stammen bereits 45,7 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Die Energiewende ist allerdings teuer, bislang wurden über 150 Milliarden Euro ausgegeben. Bisher zahlten die Stromverbraucher über die EEG-Umlage 75 Prozent dieser Gesamtsumme. Neben der Förderung nachhaltiger Energieträger ist der Ausbau eines Stromnetzes, das die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Energiewende zur Verfügung stellen soll, ein weiterer Kostenfaktor.

    Welche Maßnahmen sollen die Energiewende voranbringen?

    Die Energiewende ist eine umfassende Neustrukturierung unserer Energieversorgung, die auf vielen Ebenen ansetzt. Drei Bereiche stehen besonders im Mittelpunkt: Mobilität, Wärme und Strom. Folgende Maßnahmen sollen den Umbau unserer Energiewirtschaft voranbringen und zu mehr Energieeffizienz beitragen:

    • Förderung und verstärkte Nutzung alternativer Energien: Neben Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft zählt der grüne Wasserstoff zu den Energieträgern der Zukunft. Er ist vielseitig einsetzbar, etwa bei der Stahlerzeugung oder in der Chemieindustrie. Außerdem soll er den Grundstein für eine wasserstoffbasierte Mobilität der Zukunft legen.
    • Förderung alternativer Antriebe, wobei insbesondere die Elektromobilität ausgebaut wird. E-Autos werden derzeit großzügig gefördert, um den Umstieg auf klimafreundliche Kraftfahrzeuge zu beschleunigen. Außerdem wird das Ladenetz für E-Fahrzeuge zügig erweitert, um Versorgungslücken zu schließen.
    • Energieeffiziente Sanierung von Gebäuden: Eigentümer erhalten finanzielle Unterstützung, wenn sie Gebäude energiesparend sanieren. Eine verbesserte Wärmedämmung oder moderne Heizungsanlagen steigern die Energieeffizienz.
    • Festlegung erhöhter Energiestandards für Neubauten: Bis 2020 wurden die jeweils geltenden Energiestandards in der Energieeinsparverordnung definiert, aktuell legt das Gebäudeenergiegesetz die verbindlichen Standards für Neubauten fest.
    • Beschleunigte Einführung von Energiespargeräten, gleichzeitig werden weniger energieeffiziente Geräte schneller vom Markt genommen. Außerdem werden Verbraucher durch transparente Kennzeichnung der Energieeffizienzklassen über den Stromverbrauch informiert.

    Wie sieht das Stromnetz der Zukunft aus?

    Im Bereich Strom sind umfangreiche Maßnahmen notwendig, um die Energiewende und die klimapolitischen Ziele voranzubringen. Beim Umbau des Energiesystems müssen vorhandene Infrastrukturen an die neuen Gegebenheiten einer klimafreundlichen Energieversorgung angepasst werden. Außerdem müssen durch den Ausbau der Stromnetze neue Infrastrukturen geschaffen und Potenziale innovativer Technologien ausgeschöpft werden, um CO₂-Emissionen bestmöglich zu reduzieren.

    Ein zukunftsweisender Ansatz sind intelligente Stromnetze. In einem sogenannten Smart Grid werden Erzeuger, Verbraucher und Energiespeicher durch digitale Technologien miteinander vernetzt. Durch eine intelligente digitale Steuerung wird das bestehende Netz besser und flexibler ausgelastet. Lastspitzen können vermieden oder durch eine gezielte Umverteilung vorhandener Ressourcen besser abgefangen werden. In die Energieversorgung eines Smart Grids können auch private Haushalte eingebunden werden, die durch eigene Photovoltaik-Anlagen und Energiespeicherung (z. B. durch Einsatz zwischenspeichernder Batterien) zu Stromproduzenten werden und überschüssige Energie sowohl einfangen als auch in großräumige Netze einspeisen können.

    Die Einbindung kleiner Energieerzeuger steht für einen wichtigen Zukunftstrend: Die Stromnetze einer besonders nachhaltigen Energiewirtschaft müssen sich zunehmend von der zentralen Einspeisung verabschieden. Sie müssen stattdessen dezentraler werden, um erneuerbare Energien besser in das Stromnetz zu integrieren, vorhandene Ressourcen optimal auszulasten und flexibel auf lokale Bedarfe zu reagieren. Nur so kann die Versorgung garantiert werden und verfügbare überschüssige Energie wird auch tatsächlich genutzt.

    In den Stromnetzen der Zukunft spielen Energiespeicher eine wichtige Rolle. Sie können dabei helfen, Netze zu stabilisieren (verbesserte Ausfallsicherheit) und Energieressourcen optimal zu nutzen. In Zeiten niedrigen Bedarfs können sie Strom zwischenspeichern und zurückhalten, um dann in Zeiten hohen Energiebedarfs die gespeicherten Reserven wieder freizugeben. Intelligent gesteuert vom Smart Grid, das in Anlehnung an das Internet der Dinge (IoT) auch als „Internet der Energie“ bezeichnet wird. Als wegweisende Lösung für die Energiespeicherung gelten Power to Gas-Anlagen. Sie verwandeln grünen Strom durch Elektrolyse in Wasserstoff oder Methan. Das Endprodukt wird in bestehenden Infrastrukturen gespeichert und je nach konkretem Bedarf wieder in verwertbare Energie umgewandelt.

    Energiewende - Fahrplan für eine nachhaltige Zukunft

    Die Energiewende stellt die Weichen für die Energieversorgung der Zukunft. Durch einen Energiemix, der verschiedene nachhaltige Energieträger kombiniert, sollen Treibhausgase reduziert und die Folgen des Klimawandels begrenzt werden. Shell beteiligt sich aktiv an der Energiewende und hat sich ein globales Ziel gesetzt: Bis 2050 wollen wir ein Netto-Null-CO₂-Emissions-Energieunternehmen werden und unseren CO₂-Fußabdruck reduzieren. Zudem können unsere Kunden mit unserem Strom aus erneuerbaren Energien zur CO₂-Vermeidung maßgeblich beitragen. Mit einem Stromtarif oder einem Biogastarif von Shell Energy können Sie sich aktiv an der Energiewende beteiligen.

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