Die Energiekrise beschäftigt Deutschland wie kein zweites Thema. Wir wissen: Die Situation wirft viele Fragen auf. Wir garantieren, dass wir Sie weiterhin zuverlässig mit Gas versorgen. 

    Hier alle Infos zur aktuellen Lage: Wegfall der Gasbeschaffungsumlage - Was fällt weg, was bleibt? 

    Neuerungen für Verbraucher zum 1. Oktober 2022 (Stand 30.09.2022): 

    • Die ab 01. Oktober vorgesehene Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 Cent/kWh wird nun nicht eingeführt. 
    • Die SLP-Bilanzierungsumlage wird erhöht und steigt von 0,00 ct/kWh auf 0,57 ct/kWh (netto). Sie dient dem Kostenausgleich von Gasnetzbetreibern bei Einsatz von Regel- und Ausgleichenergie und gilt für Verbraucher von bis zu 100.000 kWh jährlich. 
    • Die Gasspeicherumlage wird eingeführt und mit 0,59 ct/kWh (netto) für Verbraucher verrechnet. Diese soll dem ausreichenden Füllstand der Gasspeicher über die Wintermonate dienen.
    • Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas von 19% auf 7%. Diese gilt vom 01.10.22 bis zum 31.03.24

    Was bedeutet das für Sie als Kunden? 

    Als Shell Energy Kunde können Sie sich darauf verlassen, dass wir die für den 01. Oktober 2022 vorgesehene Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 Cent/kWh nicht an Sie weitergeben. Wir passen Ihren Preis entsprechend an. Aufgrund der kurzfristigen Regierungsentscheidung wird die wegfallende Gasbeschaffungsumlage zum 01.Oktober 2022 jedoch noch nicht in Ihrem Abschlag berücksichtigt. Wir passen Ihren Abschlag schnellstmöglich an und informieren Sie zeitnah über Ihre neue Abschlagshöhe. Zu viel gezahlte Beträge werden spätestens bei Ihrer nächsten Jahresabrechnung mit Ihrem tatsächlichen Gesamtverbrauch verrechnet. 

    Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine ist der Import von Gas aus Russland erheblich reduziert und zeitweise sogar komplett unterbrochen worden. Die Gasimporteure müssen nun für erheblich höhere Kosten auf anderen Märkten Gas beschaffen. Die Gasbeschaffungsumlage nach § 26 EnSiG sollte dazu dienen, die Mehrkosten für die teurere Gasbeschaffung auf alle Endverbraucher zu verteilen. Ziel war, systemrelevante Gasimporteure finanziell zu stützen, die Lieferketten so lange wie möglich aufrecht zu erhalten und damit die Gasversorgung sicherzustellen. Eigentlich hätte die Gasbeschaffungsumlage ab dem 1. Oktober 2022 in Kraft treten und vorerst bis zum 1. April 2024 erhoben werden sollen. 

    Zur Entlastung der Bürger wurde eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Gasverbrauch von 19 auf 7 Prozent entschieden, diese bleibt trotz Aussetzung der Gasbeschaffungsumlage bestehen. Woran außerdem weiterhin festgehalten wird, sind die Gasspeicherumlage und die SLP-Bilanzierungsumlage, diese schlagen bei der Gasrechnung mit insgesamt 1,16 ct/kWh ins Gewicht. Die Gasbeschaffungsumlage hätte die Gasrechnung zusätzlich um 2,419 ct/kWh (netto) belastet, somit fällt die kostenintensivste Umlage für den Verbraucher weg. 


    Die Verstaatlichung von Uniper

    Doch wie sich nun herausstellt, steht der Einführung der Gasumlagen die Verstaatlichung von Uniper, einem in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Gasimporteur, im Weg. Denn es ist rechtlich unklar, ob Staatsunternehmen auf eine vom Bürger erhobene Umlage zugreifen dürfen. Obwohl noch um eine endgültige Entscheidung gerungen wird, ist eine Alternative gefragt.

    Gaspreisdeckel statt Gasumlage? Wie der neue Ansatz funktioniert

    In Europa gibt es bereits unterschiedliche Modelle für Gaspreisdeckel oder -bremsen. Spanien und Portugal beispielsweise regulieren die Preise bereits auf dem Großmarkt. Dabei ist es bei Verhandlungen zwischen Erzeugern und verbrauchenden Unternehmen nicht erlaubt, einen gewissen Maximalpreis für Gas zu überschreiten.

    Ein zweites Modell, wie es in Großbritannien genutzt wird, schreibt den Versorgern und nicht den Erzeugern vor, welchen Höchstpreis sie Unternehmen und Hauhalten anbieten dürfen. Dieser würde sukzessive an die jeweiligen Einkaufspreise an den Energiebörsen angepasst. Wer die Obergrenze überschreitet, riskiert eine Strafe.

    Eine weitere Möglichkeit wäre, Gas so stark zu subventionieren, bis das Normalniveau wieder erreicht ist. Der Anreiz zum Einsparen wäre dabei allerdings gering bis nicht vorhanden. Dass die Regierung diesen Weg einschlägt, ist deswegen unwahrscheinlich.

    Auch vorstellbar wäre eine Kontingentlösung. Das bedeutet: Wer viel verbraucht, zahlt auch viel. Diese Lösung sieht vor, den Preis beim Grundverbrauch zu stabilisieren. Alles was darüber hinausgeht, kostet den Marktpreis. So wäre theoretisch auch eine Deckelung im Grundverbrauch bei 7,5 Cent/kWh möglich – dem Marktpreis im vergangenen Winter.

    Es könnte auch auf eine europäische Lösung hinauslaufen. Mehrere EU-Staaten haben sich bereits für einen länderübergreifenden Gaspreisdeckel ausgesprochen. Welche Lösung letztendlich für Deutschland gewählt wird, ist noch offen. Weitere Informationen zur aktuellen Lage auf dem Energiemarkt und umfangreiche Tipps zum Energiesparen finden Sie auf unserer großen Info-Seite rund um Energiepreise

    Hintergrundwissen zur Gaspreisentwicklung

    Es gibt mehrere Faktoren, die den Gaspreis beeinflussen. Bereits im vergangenen Jahr sind die Preise für Gas auf den Beschaffungsmärkten stark gestiegen. Gründe für die Preisanstiege waren unter anderem der ungewöhnlich lange Winter und die weltweit gestiegene Nachfrage nach Erdgas nach der Corona-Pandemie. Seit dem Start des Angriffskriegs in der Ukraine ist der Druck auf die Gaspreise weiter enorm gestiegen. Energieversorgungsunternehmen sind beim Einkauf von Energie deshalb mit Kosten in nie dagewesener Höhe konfrontiert. Zum Teil müssen sie mehr als das Fünffache für Energie bezahlen als noch Anfang 2021.

    Die Entwicklung des Gaspreises

    Trotz eines vorausschauenden Gaseinkaufs sorgen Unvorhersehbarkeiten dafür, dass Versorger Kosten an die Kunden weitergeben müssen. Neben dem Gaseinkauf sind Netzentgelte und Steuern Bestandteil des Gaspreises. Auch in diesen Bereichen fallen nun Mehrkosten an.

    Wie kann ich angesichts der hohen Preise am besten Energie sparen?

    Die Bundesregierung hat bereits mehrere entlastende Maßnahmen auf den Weg gebracht (z.B. die Abschaffung der EEG-Umlage auf den Strompreis seit 1. Juli 2022 und die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro pro Bürger), um die Haushalte zu entlasten. Dennoch bleiben die steigenden Preise eine Herausforderung. Welche Alternative Lösung es zur Gasumlage geben wird, bleibt abzuwarten.

    Eine Möglichkeit, den steigenden Kosten entgegenzuwirken, ist das Energiesparen. In unserem Energy Hub finden Sie in unterschiedlichen Artikeln viele Tipps, wie Sie Ihren Energieverbrauch senken können:

    Fazit: Wir beobachten die Situation fortlaufend und passen, wenn erforderlich, unsere Geschäftsentscheidungen entsprechend den Vorgaben der Bundesregierung an. Angesichts der dynamischen Lage ist aktuell nur schwer absehbar, wie sich die Situation weiterentwickelt. Seien Sie jedoch vergewissert, dass wir unter Einhaltung sämtlicher Regeln alle uns möglichen Maßnahmen ergreifen, um Ihre Versorgung zu gewährleisten. Sofern sich Änderungen ergeben sollten, werden wir unsere Kunden umgehend informieren.